Reinigung und Pflege von Jalousetten aus Aluminium.

Reinigung und Pflege von Jalousetten aus Aluminium.

Für Aluminium ist mehr erlaubt als für Holz oder Stoff

Aluminium-Lamellen vertragen Feuchtigkeit deutlich besser als andere Jalousie-Materialien. Holzjalousien dagegen sollten nur trocken oder mit einem lediglich leicht feuchten Tuch gereinigt werden, weil sie empfindlich auf Feuchtigkeit reagieren und aufquellen können. Bevor Sie also mit Wasser hantieren, lohnt sich der kurze Check, aus welchem Material Ihre Jalousie tatsächlich besteht – bei Aluminium ist ein Wasserbad problemlos möglich, bei Holz wäre es ein Fehler.

Der Grillzangen-Trick für die schnelle Zwischenreinigung

Befestigen Sie an den beiden Greifflächen einer Grillzange jeweils einen kleinen Lappen mit Gummibändern und greifen Sie damit jede Lamelle einzeln, um sanft hin- und herzuziehen. So wischen Sie beide Seiten einer Lamelle in einem Zug ab, statt jede Fläche einzeln nachzuarbeiten – deutlich schneller als mit einem einzelnen Tuch, besonders bei geschlossenen Jalousien mit vielen schmalen Lamellen.

Das Vollbad in der Wanne für alte Fettschichten

Bei stärkerem, eingebranntem Schmutz oder einer dünnen Fettschicht aus der Küche hilft ein Vollbad: Jalousie abnehmen, in der Badewanne in warmem Wasser mit einem milden Spülmittel oder Allzweckreiniger etwa eine Stunde einweichen lassen, dann die Lamellen vorsichtig auseinanderziehen und nachwischen. Anschließend gut abtropfen lassen, bevor die Jalousie wieder montiert wird – vollständig durchnässt aufgehängt, trocknet Aluminium zwar ohne Rostrisiko, aber Wassertropfen können auf dem Boden unangenehme Ränder hinterlassen.

Womit Sie die Lamellen nicht behandeln sollten

Scheuermittel und aggressive Chemikalien haben auf pulverbeschichtetem oder eloxiertem Aluminium nichts verloren – sie greifen die Oberfläche an, statt sie nur zu reinigen. Genauso wichtig: zu starker Druck oder unsachgemäße Handhabung kann Lamellen verbiegen oder zum Brechen bringen – die dünnen Aluminiumstreifen sind leichter verformt, als man denkt, besonders an den Enden nahe der Aufhängung.

Zugschnüre und Mechanik nicht vergessen

Wer nur die Lamellen reinigt, aber Zugschnüre, Leiterbänder und die Aufzugsmechanik ignoriert, wird über kurz oder lang mit einer schwergängigen oder klemmenden Jalousie belohnt. Fachbetriebe prüfen diese Teile regelmäßig und fetten sie sparsam nach – im eigenen Haushalt reicht es meist, verschmutzte Schnüre sanft abzuwischen und bei spürbarer Schwergängigkeit ein wenig silikonbasiertes Schmiermittel an den beweglichen Stellen aufzutragen, statt die Mechanik trocken laufen zu lassen.

Außenjalousien und Raffstoren: mehr Belastung durch Wind und Wetter

Bei Außenjalousien und Raffstoren kommt zur normalen Verschmutzung noch die dauerhafte Wetterexposition dazu: Regen, Wind, Blütenstaub und Insekten setzen sich zwischen den Lamellen fest und können das Gleiten in den Führungsschienen erschweren. Zweimal jährlich, am besten im Frühling und im Herbst, gilt als Richtwert für die gründliche Reinigung, in staubigen oder waldnahen Lagen sowie in Küstennähe oder entlang stark befahrener Straßen reichen zwei Termine im Jahr oft nicht aus – dort sind eher drei realistisch. Zur Reinigung eignen sich lauwarmes Wasser mit einem milden Reiniger, ein Mikrofasertuch und eine weiche Bürste für die Grobreinigung vorab. Elektrisch betriebene Modelle werden vor dem Kontakt mit Wasser grundsätzlich vom Stromnetz getrennt, gearbeitet wird von oben nach unten und von hinten nach vorne, damit bereits gereinigte Lamellen nicht gleich wieder durch herabtropfenden Schmutz verschmutzt werden. Lösungsmittel, Alkohol, Benzin oder Aceton greifen die Beschichtung an und haben an Aluminium-Außenjalousien nichts verloren, ebenso wenig ein Hochdruckreiniger, der Dichtungen und Mechanik beschädigen kann. Vor dem Einfahren sollte die Jalousie vollständig abgetrocknet sein, sonst bleibt Feuchtigkeit in der Führungsschiene stehen und begünstigt genau die Schwergängigkeit, die sich später nur mit Schmiermittel wieder beheben lässt.

Elektrisch angetriebene Jalousien: Motor und Anschlüsse trocken halten

Bei elektrisch angetriebenen Jalousien verschiebt sich die eigentliche Vorsicht vom Lamellenmaterial zur Antriebstechnik. Motor, Schalter und elektrische Anschlüsse dürfen bei der Reinigung keine Feuchtigkeit abbekommen, selbst wenn die Lamellen selbst problemlos feucht abgewischt werden können. In der Praxis bedeutet das: Jalousie vor der Reinigung stromlos schalten, feuchte Tücher nur an Lamellen und Führungsschienen einsetzen, den Bereich um Motorgehäuse und Endschalter dagegen trocken auswischen oder absaugen. Nach der Reinigung lohnt sich ein kurzer Blick auf Gehäuse, Motor und Bedienelemente, um Abnutzung oder lockere Befestigungen frühzeitig zu erkennen, bevor daraus ein teurer Motorschaden wird. Quietscht die Jalousie beim Auf- und Abfahren trotz sauberer Lamellen, liegt das in den meisten Fällen an trockenen Führungsschienen und nicht am Motor selbst – ein wenig Silikon- oder Teflonspray an den Schienen behebt das Geräusch, ohne dass Elektrik oder Motor geöffnet werden müssen. Fällt der Antrieb trotz trockener Reinigung ganz aus, steckt dahinter häufig ein durch Feuchtigkeit oder Materialverschleiß beschädigter Kondensator im Motor – ein Fall für den Fachbetrieb, nicht für den eigenen Schraubenzieher.

Häufige Fragen

Wie oft sollte ich eine Aluminium-Jalousie reinigen?
Trockenes Abstauben eignet sich für den wöchentlichen bis monatlichen Rhythmus, eine feuchte Reinigung oder das Vollbad reicht meist ein- bis zweimal im Jahr, je nach Standort und Staubbelastung.

Kann ich Essig zur Reinigung verwenden?
Verdünnt in Wasser und mit etwas Spülmittel gemischt, ist Essig bei Aluminium-Jalousien meist unproblematisch. Bei Holzjalousien sollte er wegen der Feuchtigkeit dagegen nicht zum Einsatz kommen.

Woran erkenne ich verbogene Lamellen frühzeitig?
Beim Öffnen und Schließen der Jalousie fallen ungleichmäßig geneigte oder wellige Lamellen meist sofort auf. Kleinere Verbiegungen lassen sich vorsichtig von Hand zurückbiegen, stärker geknickte Lamellen sind in der Regel nur durch Austausch zu beheben.