Warum sich das Flusensieb überhaupt zusetzt
Das Flusensieb fängt alles ab, was während des Waschgangs von der Wäsche abgeht oder aus Taschen fällt, bevor es in die Pumpe gelangt. Seine Aufgabe beschreibt ein Ratgeber von t-online so: Es soll verhindern, dass „losgelöste Fussel und Flusen die Laugenpumpe des Geräts verstopfen und kaputt machen könnten“. Genau das ist der Grund, warum ein zugesetztes Sieb kein kosmetisches Problem ist, sondern am Ende zu einer kostspieligen Reparatur oder einem Totalausfall der Waschmaschine führen kann.
Zwei Ursachen sorgen laut demselben Ratgeber besonders häufig für eine Verstopfung: Tierhaare und Kleinteile. Wörtlich heißt es dort: „In Haushalten mit Hunden oder Katzen neigen Flusensiebe in Waschmaschinen regelmäßig zur Verstopfung.“ Daneben blockieren immer wieder „Münzen, Schrauben, Schmuck und andere Kleingegenstände“ das Sieb, die eigentlich nie in die Trommel gehört hätten.
Taschen leeren, bevor die Wäsche in die Trommel kommt
Der wirksamste Handgriff kostet keine Minute und passiert vor dem Start der Maschine, nicht danach. Ein Ratgeber von Hausjournal.net rät dazu, vor jedem Waschgang alle Gegenstände aus den Taschen zu entfernen und dabei besonders auf Münzen, Taschentücher und andere kleine Fremdkörper zu achten. Ein einziges vergessenes Papiertaschentuch reicht aus, um sich in feine Fasern aufzulösen, die sich anschließend über die gesamte Wäscheladung verteilen und das Sieb zusätzlich belasten.
In Haushalten mit Haustieren oder langen Haaren empfiehlt derselbe Ratgeber, Kleidung vor dem Waschen mit einer Fusselrolle von Haaren zu befreien, statt sie direkt in die Maschine zu geben. Tierhaare verheddern sich sonst mit den Textilfasern und wandern gemeinsam zum Sieb, wo sie sich zu einem zähen Klumpen verdichten.
Beladung und Wäschesortierung als wirksamste Vorbeugung
Wie stark eine Waschladung überhaupt fusselt, hängt stark von der Beladungsmenge ab. Eine überfüllte Trommel erhöht laut Hausjournal.net die Reibung zwischen den Kleidungsstücken erheblich, und mehr Reibung bedeutet mehr Faserbruch, der am Ende im Flusensieb landet. Synthetische Materialien und Baumwollgewebe neigen dabei besonders zur Fusselbildung, da ihre Fasern bei der Reibung während des Waschens leicht abbrechen.
Ein paar einfache Gewohnheiten reduzieren diese Menge spürbar: empfindliche und stark fusselnde Textilien vor dem Waschen auf links drehen, kleine oder empfindliche Stücke wie Unterwäsche und Socken in ein Wäschenetz packen und grob verschmutzte Wäsche vor dem Waschgang von losem Schmutz befreien. Wer Handtücher, Decken oder Frotteewäsche regelmäßig wäscht, sollte diese möglichst nicht mit stark fusselarmer Kleidung mischen, da sich abgelöste Fasern sonst zusätzlich an anderen Textilien festsetzen und beim nächsten Waschgang erneut mobilisiert werden.
Wie oft das Flusensieb wirklich gereinigt werden sollte
Bei den Intervallen gehen die Empfehlungen je nach Nutzungsprofil auseinander, decken sich aber in der Grundrichtung. Samsung nennt für die eigenen Waschmaschinen und Waschtrockner in Österreich eine klare Zahl: „Reinigen Sie die Fremdkörperfalle 5-6 Mal pro Jahr bzw. wenn die Fehlermeldung 5E (5C) im Display der Waschmaschine/des Waschtrockners angezeigt wird“ – das entspricht etwa alle zwei Monate.
Hausjournal.net kommt in einem eigenen Ratgeber zu einer etwas großzügigeren Spanne: Bei durchschnittlich zwei bis drei Waschgängen pro Woche reiche eine Reinigung alle sechs Monate, bei vielen Waschgängen mit stark verschmutzter Kleidung durch Kinder oder Haustiere seien es alle drei bis vier Monate. Nach dem Waschen von besonders schmutziger Arbeits- oder Gartenkleidung rät der Ratgeber sogar dazu, das Sieb unmittelbar im Anschluss zu kontrollieren. In einem zweiten Beitrag derselben Redaktion wird die Empfehlung für Haushalte mit hoher Nutzung sowie für Familien mit Haustieren oder Kleinkindern auf eine monatliche Reinigung verschärft, während für durchschnittliche Haushalte alle zwei bis drei Monate genannt werden. Als Faustregel bleibt über beide Quellen hinweg: Wer viel wäscht, Tiere hat oder häufig stark verschmutzte Textilien reinigt, greift eher zum unteren Ende dieser Spannen. Wörtlich fasst es Hausjournal.net so zusammen: „Eine häufigere Reinigung kann nie schaden und verhindert das Risiko von Verstopfungen“ – es ist besser, das Flusensieb einmal zu oft als zu selten zu reinigen.
So gehen Sie beim Reinigen konkret vor
Der Ablauf ist bei den meisten Frontladern ähnlich, auch wenn sich Details je nach Hersteller unterscheiden. Ein Ratgeber von Westfalia beschreibt die Grundschritte: Maschine ausschalten und den Netzstecker ziehen, Handtücher und einen flachen Behälter bereitstellen, dann die Wartungsklappe unten vorne öffnen und restliches Wasser über den kleinen Ablaufschlauch neben dem Sieb auffangen, bevor der Siebdeckel gegen den Uhrzeigersinn aufgedreht wird.
Ist das Sieb draußen, reicht meist fließendes Wasser plus eine alte Zahnbürste, um Flusen und Fasern aus den Rillen zu lösen. Hartnäckige, leicht schmierige Rückstände lassen sich laut demselben Ratgeber in einer Essig-Wasser-Mischung im Verhältnis eins zu eins einweichen, bevor nachgebürstet wird. Wichtig vor dem Wiedereinbau: Das Sieb muss vollständig trocken sein und beim Zudrehen spürbar einrasten, sonst tritt beim nächsten Waschgang Wasser an der Klappe aus.
Bei Bosch-Geräten muss vor dem Öffnen zunächst Restwasser aktiv abgepumpt werden, bei Miele-Modellen sitzt das Sieb laut Westfalia weiter im Geräteinneren, sodass sich ein Blick in die jeweilige Bedienungsanleitung lohnt, bevor an der Klappe gezogen wird.
Warnsignale, dass sich bereits etwas staut
Manche Waschmaschinen melden eine beginnende Verstopfung, bevor sie ganz ausfällt. Bei AEG-Geräten steht laut dem offiziellen Support-Artikel der Fehlercode E20 beziehungsweise C2 für „eine Störung des Wasserablaufs“, wobei ein verschmutztes Flusensieb im Sockelbereich die häufigste Ursache ist. Der empfohlene erste Schritt ist in diesem Fall immer derselbe: Filter herausnehmen und unter fließendem Wasser reinigen, danach prüfen, ob sich das Pumpenrad dahinter wieder ungehindert dreht.
Auch ohne Fehlercode gibt es Anzeichen, die auf ein zusetzendes Sieb hindeuten: ein auffällig brummendes Geräusch beim Abpumpen, Wasser, das nach dem Programmende langsamer als sonst abläuft, oder ein modriger Geruch aus dem unteren Gerätebereich. Bleibt der Geruch trotz einem frisch gereinigten Flusensieb bestehen, lohnt sich statt einer erneuten Siebreinigung ein Blick in die Waschmittelschublade und deren Siphon, denn dort setzt sich Biofilm über einen ganz eigenen Feuchtebereich fest, den das Flusensieb nicht beeinflusst.
Besonderheiten je nach Waschmaschinenmodell
Die Lage der Wartungsklappe unterscheidet sich zwischen den Herstellern spürbar, was beim ersten Reinigen für Verwirrung sorgen kann. Während bei Bosch-Modellen vor dem Öffnen aktiv Wasser abgepumpt werden muss, liegt das Sieb bei Miele-Geräten weiter im Inneren des Sockels, wie der bereits erwähnte Ratgeber von Westfalia beschreibt. Wer sein Modell noch nicht kennt, findet die genaue Position und die Anzahl der Verschlussdrehungen zuverlässig nur in der geräteeigenen Bedienungsanleitung, da sich Bauart und Verschlussmechanismus selbst innerhalb einer Marke von Generation zu Generation ändern können.
Bei Geräten mit Mikroplastikfilter, wie sie zunehmend als Zusatzfunktion angeboten werden, kommt neben dem klassischen Flusensieb ein zweiter Filter hinzu, der textile Kleinstfasern auffängt, bevor sie ins Abwasser gelangen. Dieser zusätzliche Filter braucht eine eigene Reinigungsroutine und ersetzt das normale Flusensieb nicht.
Häufige Fragen
Wie erkenne ich, dass mein Flusensieb bald verstopft ist?
Typische Vorboten sind ein brummendes Geräusch beim Abpumpen, spürbar langsameres Ablaufen des Wassers am Ende des Programms und ein modriger Geruch aus dem Sockelbereich der Maschine. Bei AEG-Geräten zeigt sich eine bereits fortgeschrittene Verstopfung meist über den Fehlercode E20 oder C2.
Reicht es, das Flusensieb nur bei einem Fehlercode zu reinigen?
Nein. Samsung empfiehlt für die eigenen Geräte eine Reinigung fünf- bis sechsmal jährlich unabhängig von einer Fehlermeldung, da sich Flusen und Kleinteile schon vorher ansammeln, ohne dass die Maschine das sofort meldet.
Muss ich vor dem Öffnen des Flusensiebs Wasser ablassen?
Ja, in fast allen Fällen. Im Sieb und dem Bereich davor steht nach dem letzten Waschgang meist noch Restwasser, das beim Aufdrehen des Deckels sonst unkontrolliert herausläuft. Ein flacher Behälter und Handtücher vor der Klappe fangen das Wasser auf.
Wie oft sollte ich das Flusensieb reinigen, wenn ich Haustiere habe?
Haushalte mit Haustieren sollten laut Hausjournal.net eher monatlich reinigen, da Tierhaare sich besonders leicht mit Textilfasern verheddern und das Sieb schneller zusetzen als bei reiner Kleiderwäsche.
Kann ein verstopftes Flusensieb die Waschmaschine dauerhaft beschädigen?
Ja. Bleibt die Verstopfung bestehen, muss die Laugenpumpe gegen den Widerstand arbeiten, was sie laut t-online.de auf Dauer beschädigen und im schlimmsten Fall zu einem Totalausfall der Maschine führen kann.