Welcher natürliche Enthärter eignet sich für die Waschmaschine?

Welcher natürliche Enthärter eignet sich für die Waschmaschine?

Warum hartes Wasser beim Waschen überhaupt zum Problem wird

Calcium und Magnesium im Leitungswasser reagieren mit den Tensiden im Waschmittel zu schwer löslicher Kalkseife. Die setzt sich in den Fasern ab, macht Handtücher und Frottee steif und lagert sich am Heizstab sowie an anderen Bauteilen der Maschine ab. Amtlich unterschieden werden seit 2007 drei Härtebereiche: weich mit weniger als 1,5 Millimol Calciumcarbonat je Liter, mittel zwischen 1,5 und 2,5 Millimol und hart mit mehr als 2,5 Millimol, wie die Deutsche Vereinigung des Gas- und Wasserfaches definiert. In der gebräuchlicheren Einheit Grad deutscher Härte entspricht das laut Wasch- und Reinigungsmittelgesetz unter 8,4 °dH für weich, 8,4 bis 14 °dH für mittel und über 14 °dH für hart, wie wasser-haerte.de vorrechnet. Den eigenen Härtegrad nennt der örtliche Wasserversorger auf Anfrage oder in seinem Prüfbericht.

Waschsoda: der Zusatz mit der größten tatsächlichen Wirkung

Von den gängigen Hausmitteln schneidet Waschsoda (Natriumcarbonat) am besten ab. Das Verbraucherportal Bayern bestätigt, dass Wasch-Soda tatsächlich gegen Gilb und Vergrauung wirkt, schränkt aber ein, dass es für Wolle und Seide nicht geeignet ist. Bei der Dosierung als laufender Zusatz zum Waschgang nennt hausmittelcheck.de eine Menge von ein bis zwei Esslöffeln pro Waschgang, direkt in die Trommel gegeben. smarticular.net staffelt die Menge nach Härtegrad: rund einen halben Esslöffel bei weichem Wasser unter 8,4 °dH, einen Esslöffel im mittleren Bereich und zwei Esslöffel bei hartem Wasser. Beide Quellen warnen übereinstimmend vor empfindlichen Textilien und Funktionswäsche, weil Soda dort die Fasern angreifen kann.

Zitronensäure als laufender Zusatz, nicht als Entkalkungsmittel

Zitronensäure wird oft nur mit dem einmaligen Entkalken der leeren Maschine in Verbindung gebracht, funktioniert aber auch als kleine Beigabe zum normalen Waschgang. Für diese laufende Anwendung reicht eine deutlich geringere Menge als beim Entkalken: haushacks.de empfiehlt 30 bis 60 Milliliter gelöste Zitronensäure im Weichspülerfach pro Waschladung, bei normaler Beladung genügen meist 30 Milliliter. Das ist ein Bruchteil der Menge, die für eine echte Entkalkung nötig ist. Der Waschmittelhersteller Heitmann etwa gibt für das Entkalken der leeren Trommel sechs Esslöffel beziehungsweise 120 Gramm Pulver auf einen halben Liter Wasser an, angewendet ohne Textilien in einem separaten Waschgang. Wer die Maschine selbst von bereits vorhandenem Kalk befreien will, findet die passende Vorgehensweise im separaten Beitrag zur Maschinenreinigung. Für die laufende Wäsche geht es dagegen nur um die kleine Dosis im Weichspülerfach.

Warum Essig als laufender Zusatz keine gute Wahl ist

Essig taucht in vielen Ratgebern als vermeintlich gleichwertige Alternative zu Zitronensäure auf, unterscheidet sich in der Wirkung auf die Maschine aber deutlich. Das Verbraucherportal Bayern stellt klar: „Essig greift die Metall- und Kunststoffteile der Maschine an.“ sauberz.de präzisiert, dass Essigsäure die Weichmacher in Gummidichtungen angreift, wodurch Türdichtung und Schläuche im Lauf der Zeit spröde und undicht werden können, und dass Essig zusätzlich Kupferleitungen im Inneren der Maschine angreifen und Grünspan verursachen kann. Zitronensäure löst laut derselben Quelle Kalk ähnlich zuverlässig, greift Dichtungen aber deutlich weniger an. Wer regelmäßig, also bei jedem oder jedem zweiten Waschgang, einen Säurezusatz verwenden möchte, fährt mit Zitronensäure statt Essig deshalb sicherer.

Natron und Salz: zwei Hausmittel mit wenig Substanz

Natron gilt in vielen Haushaltstipps als Alleskönner, bei der Wasserenthärtung hält sich der Effekt aber in Grenzen. Das Verbraucherportal Bayern urteilt, Natron könne zwar Schmutz aufweichen, habe aber keine Bleichwirkung, und warnt zusätzlich: „Backpulver fördert nur die Schimmelbildung in der Waschmaschine.“ Als Enthärter im eigentlichen Sinn, also zur gezielten Bindung von Calcium und Magnesium, ist Natron damit keine verlässliche Wahl. Auch Salz, das gelegentlich als Weichspülerersatz empfohlen wird, hat laut dem Verbraucherportal keinen enthärtenden Effekt: „Waschmittel enthalten bereits wirksame Enthärter. Das Salz tut nichts weiter, als das Verrosten metallener Teile zu beschleunigen.“

Die richtige Waschmitteldosierung ersetzt oft den zusätzlichen Enthärter

Bevor überhaupt ein zusätzliches Hausmittel infrage kommt, lohnt der Blick auf die Dosierung des Waschmittels selbst. Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass die Dosiermenge von der Wasserhärte abhängt: Weiches Wasser braucht die geringste Menge, bei mittlerem bis hartem Wasser ist etwas mehr Waschmittel nötig, weil ein Großteil davon Enthärter enthält. Bei Baukastensystemen sind Waschmittel, Enthärter und Bleichmittel getrennt, wodurch sich genauer und sparsamer dosieren lässt. Wie groß der Enthärter-Anteil in einem Standardwaschmittel tatsächlich ist, zeigt eine Zahl von waschkampagne.de: Bei herkömmlichen Waschmitteln macht der Enthärter rund 30 Prozent der Formel aus. Wer bei hartem Wasser nicht ausreichend dosiert, wäscht faktisch mit zu wenig Enthärter und riskiert genau die Kalkablagerungen, die ein zusätzliches Hausmittel eigentlich verhindern soll.

Welcher Enthärter für welchen Härtegrad sinnvoll ist

Bei weichem Wasser unter 8,4 °dH braucht es in aller Regel überhaupt keinen zusätzlichen Enthärter, hier reicht die korrekt dosierte Menge Waschmittel. Im mittleren Bereich zwischen 8,4 und 14 °dH kann ein Esslöffel Waschsoda pro Waschgang die Waschleistung spürbar verbessern, ohne dass die Maschine zusätzlich belastet wird. Bei hartem Wasser über 14 °dH sind zwei Esslöffel Waschsoda oder alternativ 30 bis 60 Milliliter gelöste Zitronensäure im Weichspülerfach die Optionen mit der besten belegten Wirkung, jeweils ohne Wolle, Seide und andere empfindliche Textilien. Essig, Natron und Salz bleiben dagegen besser der einmaligen Reinigung vorbehalten oder ganz aus dem laufenden Waschgang heraus.

Häufige Fragen

Kann ich Waschsoda und Zitronensäure im selben Waschgang kombinieren?
Beide Mittel wirken auf unterschiedliche Weise, eine gleichzeitige Anwendung ist in den ausgewerteten Quellen aber nicht explizit dokumentiert. Sicherer ist es, sich je nach Wasserhärte für eines der beiden zu entscheiden und die Dosierung entsprechend anzupassen.

Ersetzt ein natürlicher Enthärter den Weichspüler?
Nein, ein Enthärter bindet Calcium und Magnesium im Wasser, ein Weichspüler legt sich als Film um die Fasern. Beide Funktionen sind unterschiedlich, auch wenn Zitronensäure im Weichspülerfach beide Effekte teilweise kombiniert.

Worin unterscheidet sich das laufende Enthärten vom Entkalken der Maschine?
Beim laufenden Enthärten geht es um kleine Mengen, die bei jedem oder jedem zweiten Waschgang mitverwendet werden, um die Wasserhärte im aktuellen Waschwasser zu neutralisieren. Beim Entkalken wird die leere Maschine in einem separaten Programm von bereits vorhandenen Kalkablagerungen befreit, dafür sind deutlich größere Mengen nötig. Die Vorgehensweise dazu steht im Beitrag zur Reinigung mit Natron und Essig.

Ist Zitronensäure dasselbe Prinzip wie Waschnüsse?
Nein. Waschnüsse ersetzen als Saponinquelle das Waschmittel selbst, Zitronensäure und Waschsoda ergänzen ein bestehendes Waschmittel lediglich um eine enthärtende Wirkung. Es handelt sich um zwei unterschiedliche Ansätze mit unterschiedlicher Zielsetzung.

Wie oft sollte ich den Enthärter zusätzlich verwenden?
Bei mittlerem bis hartem Wasser spricht nichts dagegen, Waschsoda oder Zitronensäure bei jedem Waschgang mitzuverwenden. Bei weichem Wasser genügt die korrekt dosierte Menge Waschmittel meist ohne zusätzlichen Enthärter.