Wie bügelt man Bettwäsche richtig?

Wie bügelt man Bettwäsche richtig?

Bügelsymbole richtig lesen: Was die Punkte bedeuten

Auf jedem Pflegeetikett sitzt neben Waschwanne und Trockner-Symbol ein kleines Bügeleisen mit ein bis drei Punkten. Diese Punkte sind keine Dekoration, sondern die verbindliche Temperaturangabe nach der internationalen Pflegekennzeichnung von GINETEX. Drei Punkte bedeuten heiß bügeln mit einer Höchsttemperatur der Bügeleisensohle von 210 Grad Celsius und entsprechen der Bügeleisen-Temperaturstufe für Baumwolle und Leinen. Zwei Punkte stehen für mäßig heiß bügeln bei maximal 160 Grad, passend zu Wolle, Seide, Polyester und Viskose. Ein einzelner Punkt erlaubt nur 120 Grad und gilt für empfindliche Fasern wie Polyacryl, Polyamid oder Acetat. Ein durchgestrichenes Bügeleisen bedeutet, dass Bügeln komplett tabu ist, weil das Material bleibende Schäden davontragen würde.

Diese Skala ist wichtiger als jede Faustregel, denn sie steht auf jedem einzelnen Wäschestück und berücksichtigt auch spezielle Ausrüstungen oder Beschichtungen des jeweiligen Herstellers.

Baumwolle und Leinen: hohe Hitze möglich, aber nicht automatisch

Reine Baumwolle und Leinen zählen zu den robustesten Bettwäsche-Materialien und vertragen laut Pflegekennzeichnung Temperaturen bis 210 Grad. In der Praxis reicht meist die Stufe für Baumwolle am Bügeleisen, ohne dass der Stoff Schaden nimmt. Bei diesen Naturfasern lohnt sich sogar leichte Feuchtigkeit beim Bügeln, weil sich Fasern unter Dampf und Hitze besser glätten lassen.

Trotzdem gilt: Nicht jede Baumwollbettwäsche darf automatisch auf der höchsten Stufe gebügelt werden. Bestimmte veredelte Kollektionen tragen niedrigere Grenzwerte, etwa wenn eine Ausrüstung mit einer Höchsttemperatur der Bügeleisensohle von 110 Grad vorgeschrieben ist. Das Etikett schlägt hier die allgemeine Materialregel, weil eine Veredelung wie ein Glanz- oder Anti-Knitter-Finish empfindlicher auf Hitze reagieren kann als der Rohstoff selbst.

Satin, Seide und Synthetik: wo Vorsicht angebracht ist

Bei Satin lohnt sich ein genauer Blick auf die Faser hinter dem Namen, denn Satin ist zunächst eine Webart und kein Material. Baumwollsatin, auch als Mako-Satin bekannt, gilt als robust: Wird er gebügelt, wird der feine Glanz durch das heiße Eisen erst richtig sichtbar, und der Stoff gilt als knitterarm und bügelleicht. Polyester-Satin verhält sich dagegen anders und reagiert häufig empfindlicher auf hohe Temperaturen, während Seidensatin eine besonders schonende Behandlung braucht. Die pauschale Aussage, Satin dürfe nur auf niedriger Stufe gebügelt werden, stimmt damit nicht generell, sondern hängt vom tatsächlichen Fasermaterial ab.

Bei reiner Seide sowie bei Wolle empfiehlt die Pflegekennzeichnung die mittlere Stufe mit maximal 160 Grad und rät zusätzlich zu einem mäßig feuchten Zwischentuch sowie zu starkem Pressen zu vermeiden. Mikrofaser, klassisches Polyester und Fleece gehören dagegen zu den Stoffen, die besser gar nicht ans Bügeleisen kommen, weil sie keine Hitze vertragen und dadurch Schaden nehmen könnten.

Muss Bettwäsche überhaupt gebügelt werden?

Ob Bügeln notwendig ist, wird unterschiedlich beantwortet. Ein Hersteller von Bügelequipment vertritt die klare Position: Bettwäsche bügeln tötet allerlei Krankheitserreger wie Pilze, Viren oder Milben ab, zusätzlich zum reinen Komfortgewinn glatter, kühler Laken. Andere Ratgeber stellen den Aufwand infrage und verweisen auf bügelfreie Bettwäsche als Alternative, die vor allem Zeitersparnis, Energieeffizienz und Bequemlichkeit bietet, dafür aber meist zumindest ein wenig knittert. Eine Wäsche bei 60 Grad tötet ohnehin die meisten Keime ab, sodass Bügeln in erster Linie eine Frage der gewünschten Optik bleibt und keine zwingende Hygienemaßnahme ist.

Eine Ausnahme bilden ohnehin Spannbettlaken: Sie müssen aufgrund ihres Gummizugs nicht gebügelt werden, da sich der Stoff beim Beziehen des Bettes automatisch glatt zieht.

Die richtige Reihenfolge beim Bügeln

Bei allen drei Teilen eines Bettwäsche-Sets zahlt sich eine feste Reihenfolge aus, weil sich sonst an genau den Stellen, die zuletzt an der Reihe sind, neue Falten bilden. Beim Kopfkissenbezug wird zunächst auf links gedreht und die Rückseite gebügelt, danach gewendet und die Vorderseite geglättet. Die Öffnung kommt zuletzt an die Reihe, weil dort erfahrungsgemäß am ehesten Falten entstehen.

Beim Bettbezug gilt dasselbe Prinzip: auf links drehen, mit der Rückseite beginnen und in Abschnitten statt in einem Rutsch arbeiten. Erst danach folgt die Vorderseite, und Reißverschluss oder Knopfleiste werden zuletzt bearbeitet. Ein Grund dafür: an Ecken oder Kanten zu beginnen und sich methodisch vorzuarbeiten, vermeidet neue Falten, die beim Weiterschieben des Stoffs sonst entstehen würden.

Ein Bettlaken lässt sich am einfachsten der Länge nach falten: erste Hälfte bügeln, wenden, zweite Hälfte glätten, anschließend quer falten und bei Bedarf nachbügeln. So bleibt die Fläche auf dem Bügelbrett überschaubar, statt das komplette Laken auf einmal auszubreiten.

Feucht bügeln statt trocken bügeln

Ein entscheidender Unterschied liegt im Feuchtigkeitsgrad der Bettwäsche. Leicht feuchte Bettwäsche mit etwa 10 bis 15 Prozent Restfeuchtigkeit lässt sich deutlich leichter bügeln als bereits vollständig getrocknete Wäsche. Wer die Bettwäsche direkt nach dem Waschen bügelt, solange sie noch leicht feucht ist, spart sich damit einen zusätzlichen Arbeitsschritt. Ist die Wäsche schon trocken, hilft eine Sprühflasche mit destilliertem Wasser weiter, denn destilliertes statt normalem Leitungswasser verhindert Kalkablagerungen im Bügeleisen.

Bei glänzenden oder druckempfindlichen Stoffen lohnt sich zusätzlich ein feuchtes Zwischentuch zwischen Bügeleisen und Bettwäsche oder das Bügeln auf der Rückseite, damit Struktur und Glanz erhalten bleiben. Wichtig ist außerdem, mit mäßigem statt starkem Druck zu arbeiten, damit die Fasern nicht überdehnt oder beschädigt werden.

Bettwäsche richtig falten und verstauen

Nach dem Bügeln entscheidet die Falttechnik darüber, ob die Mühe im Schrank wieder zunichtegemacht wird. Beim Kissenbezug genügt es, die Kanten direkt aufeinanderzulegen und auf die gewünschte Schrankgröße zu falten. Beim Bettbezug hat sich eine Hand-zu-Hand-Technik bewährt: Eine Seite in jede Hand nehmen, nach unten falten, bis die Ecken auf gleicher Höhe liegen, und diesen Vorgang wiederholen, bis das gewünschte Format erreicht ist. Alternativ lässt sich der Bezug flach auf dem Bett oder Boden ausbreiten und von dort aus schrittweise falten.

Beim Spannbettlaken braucht es etwas Übung: eine Seite in jede Hand nehmen, die Ecken ineinanderstecken, dann die gegenüberliegende Seite ebenso einstecken. Aus dem entstandenen Viereck lässt sich der Rest in Ruhe zu einem ordentlichen Päckchen falten, ohne dass der Gummizug unschöne Wülste wirft.

Häufige Fragen

Welche Bügeltemperatur brauche ich für Baumwollbettwäsche?
Reine Baumwolle und Leinen vertragen laut Pflegekennzeichnung bis zu 210 Grad, also die heißeste Bügelstufe. Trägt das Etikett eine niedrigere Punktzahl, etwa wegen einer speziellen Ausrüstung, gilt immer der Wert auf dem Etikett und nicht die allgemeine Materialregel.

Darf ich Satin-Bettwäsche bügeln?
Das hängt von der Faser hinter dem Satin-Gewebe ab. Baumwollsatin beziehungsweise Mako-Satin verträgt meist hohe Temperaturen und gewinnt dadurch an Glanz. Polyester-Satin reagiert empfindlicher, Seidensatin braucht eine besonders schonende, niedrige Stufe.

Muss ich mein Spannbettlaken bügeln?
Nein. Der Gummizug zieht den Stoff beim Beziehen des Bettes automatisch glatt, wodurch sich das Bügeln erübrigt.

Ist Bügeln aus hygienischen Gründen notwendig?
Die Hitze beim Bügeln kann Pilze, Viren und Milben abtöten, ist dafür aber keine Pflicht. Eine Wäsche bei 60 Grad sorgt bereits für die grundlegende Hygiene, sodass Bügeln vor allem eine Frage von Optik und Komfort bleibt.

Warum sollte ich beim Bettbezug mit der Knopfleiste oder dem Reißverschluss beginnen?
Diese Bereiche sind wegen Nähten und Verschlüssen am aufwendigsten zu glätten. Wer sie zuerst bearbeitet und sich dann über die restliche Fläche vorarbeitet, vermeidet, dass beim Weiterschieben des Stoffs neue Falten an bereits fertigen Stellen entstehen.

Wie bekomme ich Bettwäsche ohne Bügeln möglichst knitterfrei?
Wäsche direkt nach dem Waschgang gut ausschütteln und sofort glatt aufhängen oder bei niedriger Temperatur im Trockner trocknen. Je schneller die Wäsche aus der Trommel kommt, desto weniger setzen sich Falten fest.